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Der Wert unserer Arbeit wurde erfreulicherweise bereits am Anfang des Jahres durch das Ergebnis einer von uns gezielt eingesetzten Ferienspende bestätigt. Um nicht nur einem sechseinhalbjährigen, chronisch-nierenkranken Kind beizustehen, sondern auch um seiner allein erziehenden Mutter - nach der bisherigen intensiven Pflege ihres Sohnes - Entspannung zu gönnen, bezahlten wir den Ferienaufenthalt für die beiden, zusammen mit einem Betreuer, auf den Kanarischen Inseln. Während dem Aufenthalt hat das Kind das erste Mal über den Mund gegessen und blühte förmlich auf. Die Mutter erholte sich und tankte neue Hoffnung.

 

Auch das Schweizer Dialyselager 1999, welches durch unsere Aktion "Leonie’s Lauf – Bergauf" (1998) finanziell unterstützt wurde, erwies sich als grosser Erfolg. 55 Kinder und Jugendliche konnten sich in Litzirüti bei Arosa an den "normalen" Ferientagen erfreuen.

 

Die Samen, die wir 1998 gesät hatten, durften wir nun ernten. Das Interview in der Schweizer Familie (September 1998) wurde vom Frauenverein Altstetten positiv aufgenommen. Die Damen entschlossen sich, den grossen Gewinn aus Ihrem Frühlingsmärt an Kids Kidney Care zu überweisen, um Computer für die Dialyse-Station im Zürcher Kinderspital zu kaufen. Im weiteren sicherten sie uns Unterstützung bei zukünftigen Aktionen zu. Die Laptops konnten wir durch den Compaq Portable Shop zu Schulrabatt-Preisen einkaufen.

 

Das letzte Jahr des zwanzigsten Jahrhunderts war das erste vollendete Kalenderjahr für Kids Kidney Care und gleichzeitig ein Jahr des Aufbaus. Dies bedeutete für uns intensive Arbeit. Mit grossem Sinn fürs Detail veranstalteten wir zur Geburtstagsfeier am 17. März ein hochkarätiges Benefiz-Konzert mit Musik von Mozart, Schumann und Hönigsberg, dirigiert von David Hönigsberg in der Église Réformée Française de Zürich. Da David Hönigsberg selbst dank einer Spenderniere lebt, wollten wir zeigen, wie die Transplantation einem helfen kann, das Leben nach der Krankheit neu zu gestalten. Sponsoren schenkten uns grosszügige Unterstützung um das Konzert durchzuführen.

 

Die Werbung dafür wurde von der Werbeagentur Studer & Zappe auf karitativer Basis kreiert und gewann viel Media-Interesse u.a. Schweizer Illustrierte und Tagblatt der Stadt Zürich. Radio DRS 3 gab uns die Möglichkeit, das Konzert in Jetzt oder Nie zu bewerben. Das mittels Werbung unterstützte Konzert-Programmheft wurde durch Desktop Studio Wirz gratis gestaltet, dank Dow Europe glänzend vollfarbig gedruckt und funktionierte gleichzeitig als Informations-Broschüre über Kids Kidney Care. Der Abend war ein musikalischer und sozialer Genuss und die Zuhörer reagierten mit Freigebigkeit auf den Anlass.

 

Lokale Berichte über David Hönigsberg und über den ersten Jahrestag von Kids Kidney Care im Zusammenhang mit der Nierenkrankheit von Leonie Zeller brachten dem Verein weitergehende Aufmerksamkeit und Spendebeiträge durch das ganze Jahr von Frauenvereinen, Kirchgemeinden, Klubs und Personen aus dem ganzen Kanton Zürich und gelegentlich aus der gesamten Schweiz.

 

Dank dem Erfolg des Konzerts gelang es uns, die Hilfe von Dr. Ellen Ringier für unser Anliegen zu gewinnen. Als Mitglied des Stiftungrates "Stunde des Herzens" stand sie uns mit unserem Gesuch an die Stiftung bei. Beim Benefiz-Konzert in der Oper am Bettag (19. September) wurde Kids Kidney Care als einer der Empfänger der Abendeinnahmen berücksichtigt.

 

Wir starteten im Frühling unsere Sammelaktion "The Big Recycling". Unsere erste Börse führten wir erfolgreich im neuen Zuhause der Präsidentin durch. Danach verkauften wir gut erhaltene, benutzte Artikel auf verschiedenen Märkten im ganzen Kanton Zürich. Der Zweck der Aktion war nicht nur Geld einzunehmen, sondern uns eine Alltags-Plattform zu geben, wobei wir mit BürgerInnen über unsere Hilfsorganisation und die Nierenspende ungezwungen diskutieren konnten. Damit machten wir uns und unsere Ziele in der Unterländer Bevölkerung bekannt.

 

Während des Jahres nahmen mehrere Vorstandsmitglieder an verschiedenen Informationsabenden teil. Wir besuchten von gleichgesinnten Gruppen organisierte Anlässe und Diskussionsrunden über die Transplantation; der Verein wurde Mitglied des Vereins "Kind und Spital" um ein breiteres Spektrum der Kinder-Anliegen abzudecken; wir bauten unsere Beziehung zu Swiss Transplant über Prof. Felix Largiardèr auf, mit der Absicht Kids Kidney Care mit Swiss Transplant zu assoziieren um Solidarität mit anderen Institutionen zu zeigen. Die Präsidentin beantwortete weiter jeden negativen Medien-Bericht, auf die wir aufmerksam gemacht wurden. Sie nahm Stellung über das fragwürdige Bedürfnis eines ZEWO Siegels und wurde in K-Tip zitiert, wobei Kids Kidney Care als kosteneffiziente Hilfsorganisation bestätigt wurde.

 

Wir bewarben unsere Ziele und Zwecke weiter unter den Spitälern, Nierenkranken, Sozialdiensten und Schwestern-Organisationen da nach unserer Erfahrung die Bedürftigen eine lange Anlaufzeit brauchen, um Vertrauen zu einer jungen Hilfsorganisation zu gewinnen. Die Infostelle Zürich bot uns einen Platz auf ihrer Liste der gemeinnützigen Institutionen an - auch im Internet - welche unseren erfolgreichen Aufbau unterstützte. Die Glaubwürdigkeit von Kids Kidney Care wurde nochmals unterstrichen, als ein anonymes Angebot eines Nierenverkaufs im Internet erschien. In einem Interview mit Pro 7 durften die Präsidentin und der Vizepräsident David Hönigsberg ihre Meinung darüber äussern und ein Plädoyer für die Schweizer Nierentransplantation machen.

 

Durch den traurigen Tod eines Babys, das ausser der Transplantation keine Chance hatte, am Leben zu bleiben, wurde der Vorstand mit dem Bedürfnis der Oxalose-Forschung konfrontiert. Wir entschlossen uns, eine Spende zu machen, wiesen bei den Ärzten jedoch darauf hin, dass diese Forschung in Zusammenarbeit mit weiteren fortgeschrittenen Forschungsprojekten (Great Ormond Street, London) gemacht werden soll.

 

Ein ernsthaftes Anliegen von Kids Kidney Care ist es, Familien mit chronisch-nierenkranken Kindern während finanziellen Härtezeiten zu helfen. Wenn die Kosten für Entlastungshilfe, Transport usw. von der IV Stelle gedeckt werden, aber - was oft der Fall ist - die Rückzahlungen der entstandenen Kosten im Rückstand sind, hat der Vorstand beschlossen, von Fall zu Fall eine Überbrückungshilfe in Form eines Darlehens bis zum Eintreffen der IV-Gelder zu bewilligen.

 

Nach dem Déchargé des Vorstandes und der Kassiererin wurden an der Generalversammlung vom 17. Juni die Statuten nochmals revidiert. Basierend auf die vielen Telefonanrufe über die Organspende welche wir erhalten hatten, beschlossen die Anwesenden, die Zwecke des Vereins genauer zu definieren: "Erhöhung der Anzahl der Träger von Spenderausweisen durch Förderung der Informationen in der Öffentlichkeit über die Organspende" wurde mit "über die Nierenspende" ersetzt. Diese Änderung erfolgte, da wir zuverlässige Auskunft nur über die Nierentransplantation geben können. Im Weiteren waren die Anwesenden der Meinung, dass der Ausdruck "jeglicher Bedürfnisse der Nierenkranken" durch "der Bedürfnisse von Nierenkranken" ersetzt werden sollte. Ebenfalls waren die Teilnehmer damit einverstanden, eingehende Spenden für Medikamente, Arztsaläre, und medizinische Hilfsmittel trotzdem zu verwenden, jedoch soll der Vorstand von Fall zu Fall über den Einsatz entscheiden. Basierend auf dieser Entscheidung der Generalversammlung hat der Vorstand am Ende des Vereinsjahres bewilligt, kleine Budget-Lücken auf ausgewählten Nephrologie-Abteilungen auszugleichen. Auch soll die neue Stelle im Kinderspital - die Renal Nurse - von Kids Kidney Care weiter unterstützt werden.

 

Die zweite Hauptaktion des Jahres hat unsere Kreativität bis zum Äussersten in Anspruch genommen. In Zusammenarbeit mit unserem Media-Partner und Hauptsponsor Die Züri Woche planten wir am  10. Juli ein Strassenfest im Wohn- und Industriegebiet Glattbrugg. Mit der karitativen Unterstützung des Schweizerischen Brieftauben-Zuchtverbandes beabsichtigten wir einen Brieftauben-Auflass als Höhepunkt des Tages zu organisieren. Der Flughafen Kloten hatte eigens für den Auflass ein zehnminütiges Zeitfenster bewilligt. Sechs Wochen vor dem Fest ist das Erscheinen der Zeitung leider eingestellt worden. Wir hielten fest an unserem Glauben, dass eine Wohltätigkeitsorganisation für die Spendengelder die sie von der Bevölkerung erbittet eine Gegenleistung zeigen sollte. Wir liessen keinerlei Verzweiflung aufkommen und telefonierten mit Landbesitzern, loteten mögliche Alternativen aus und wurden glücklicherweise bei der IKEA, Dietlikon fündig, die uns Platz, Strom und Tombolapreise für einen Anlass offerierte. Die Geschäfte des ganzen Industriegebiets schenkten uns weitere wertvolle Tombolapreise.

 

Mit Elan bewarben wir uns bei den Sponsoren unter dem Motto "Mittelbesorgung mit Phantasie". Mit Preisen von Hotelplan, und Crossair, mit hervorragender redaktioneller Unterstützung von der GlücksPost, konnten wir am 18. September einen Gratis-Brieftauben-Wettbewerb (auf die schnellste Taube zu setzen) der gesamten Schweizer Bevölkerung offerieren und sie zum Spenden einladen. Im Zusammenhang mit dem Wettbewerb entschieden wir, die Geschichte des nierenkranken Dominics zu veröffentlichen, der gleichzeitig im SFR Programm "Kinderspital" erschien. Weitere redaktionelle Beiträge - Die Schweizer Familie, Der Zürcher Unterländer, Der Landbote, Die Tierwelt, und Der Wospi - untermauerten die Aktion und halfen uns, zahlreiche Teilnehmer anzuziehen. Die Bereitschaft der Brieftaubenhalter bei der Aktion mitzumachen und der Einsatz hatten sich gelohnt. Die Brieftauben trugen unsere Botschaft und erlaubten uns im grossen Rahmen über die Nierenkrankheit und -Spende zu informieren. Kurz danach wurde Dominic erfolgreich transplantiert.

 

Als direkte Folge dieser Promotion boten die Ballett- und Jazztanzschule Kloten und Dielsdorf uns eine weitere "Bühne" bei ihrer Herbst-Tanzaufführung in der Aula der Kantonsschule Bülach. Unter dem Motto "Kinder tanzen für Kinder" veranstaltete sie ein wunderschönes Programm, organisierte eine Informations-Ecke und schenkte uns den Erlös aus den zwei Vorstellungen. Die Sponsorengeldereinnahmen wurden durch den Auftritt der Gast-Solisten Laura Rada und François Petit verstärkt. So durften ein zweites Mal Spitzenballetttänzer des Zürcher Balletts zugunsten nierenkranker Kinder tanzen (Oper am Bettag).

 

Kids Kidney Care freut sich zu berichten, dass im 1999 die Anzahl transplantierter Nieren von verstorbenen Spendern 188 war. Dazu gab es noch 63 Transplantationen von Lebendspendern. Im weiteren ist aber festzuhalten, dass die Mehrzahl der Transplantationen bei nierenkranken Kindern von einem Elternteil stammte. Dadurch ist glücklicherweise die Anzahl der hämodialysierten KleinpatientenInnen in der Schweiz zurückgegangen. Die von Ärzten bevorzugte Bauchfelldialyse wird Zuhause durchgeführt. Die Nephrologen bleiben nun in Alarmbereitschaft, um die anstehenden HämodialysenpatientenInnen zu betreuen. Kids Kidney Care beabsichtigt weiterhin, die Öffentlichkeit über die Zusammenhänge betreffend der Nierenkrankheit zu orientieren, in der Hoffnung, die Dauer der Dialyse-Phase für die Betroffenen zu verkürzen und die Lebensumstände der Kinder und ihrer Familien vor und nach der Transplantation zu optimieren.

 

Wie am Ende jedes Jahresberichtes, möchte ich mich im Namen von Kids Kidney Care bei unseren Sponsoren, Spendern, Helfern und Helferinnen für ihre unschätzbare Unterstützung bedanken. Wir möchten den LeserInnen nochmals beteuern, dass wir uns die grösste Mühe geben, unsere Kosten tief zu halten. Unser Vorstand, sowie auch unsere Rechtsanwälte und die Revisionsstelle arbeiten weiterhin ehrenamtlich. Aber: Um die nötige Infrastruktur zu erstellen, um eine erfolgreiche Hilfsorganisation aufzubauen und um Unterstützung sicher zu stellen, benötigt es Aufwendungen für Telefon und Versand. Reisekosten um Hilfe am Ort und Stelle zu leisten sind unvermeidbar, denn wir sind überzeugt, dass nicht nur das Lösen, sondern auch das Zuhören bei Problemen zu unseren Aufgaben gehört.

 

 

Die Präsidentin

 

Windlach, den 17. Mai 2000

 

 

 

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